Tod und Leben sind Eins

  Geister durchflogen seine Seele, lachten und hinterließen ein Gefühl von Unendlichkeit. Unendlichkeit gepaart mit der Gegenwart des Todes. Tod und Leben sind eins. Er spürte, dass es keine Trennung gab, dass der Übergang das Ziel und die Befriedung des Lebens war. Keine Angst, keine Warnung, nur das Fließen von bewusstem Denken in Hingabe an das Sein.

 

So war es jedem Lebewesen bestimmt, ein Entrinnen gab es nicht, es war auch nicht nötig, es wäre nur hinderlich auf dem Weg der Seelen zu ihrer Bestimmung.

 

 

  Geister durchflogen seine Seele, kitzelten und hinterließen ein Gefühl der Leichtigkeit. Leichtigkeit gepaart mit der Unausweichlichkeit des Todes. Tod und Leben sind eins. Er spürte, dass Trennung nur Illusion war. Illusion trägt in sich die Wahrheit, wenn sie entlarvt wird. Der Augenblick des Todes entlarvt jede Illusion und ist somit Wahrheit.

 

Dies zu erkennen ist jedem Lebewesen bestimmt, ein Entrinnen gab es nicht, es war auch nicht nötig, es wäre nur hinderlich auf dem Weg der Seele zu ihrem Ursprung.

 

 

  Geister durchflogen seine Seele, stießen ihn und hinterließen eine Gefühl von Grenzenlosigkeit. Grenzenlosigkeit gepaart mit der Freiheit des Todes. Tod und Leben erzeugen Freiheit. Er spürte, dass es Freiheit ohne den Tod nicht gab. Freiheit braucht den Stoß des Todes, um sich ins Unendliche zu entfalten.

 

So war es jedem Lebewesen bestimmt, ein Entrinnen gab es nicht, es war auch nicht nötig, es wäre nur hinderlich auf dem Weg der Seele zu ihrer Heimat.

  

 © Manuela Weiler